FAQ - Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)


Inhalt:
FAQ Umkehrosmosetechnik
FAQ Reinstwasserfilter
FAQ Abschäumer
FAQ Nitratfilter (ADN)
FAQ Kalkreaktor (CO2-betrieben)
FAQ Kalkwasserreaktor (KWR - Calciumhydroxid)
FAQ Phosphat-minus-Reaktor PMR und Phosphat-Xglobuli  
FAQ Steinkorallen



FAQ Umkehrosmosetechnik

Werden alle Stoffe aus dem Wasser mittels Umkehrosmosetechnik genommen?

Bis auf Gase (z.B. CO2) werden alle Stoffe aus dem Wasser zurückgehalten - allerdings unterschiedlich stark. So werden Nitrat und Silikat nur zu ca. 80-90% herausgenommen, Pestizide und Medikamentenrückstände zu über 99%. Die mittlerer Rückhaltung einer Membran kann mit der elektrischen Leitfähigkeit oder mit einem TDS-Stick bestimmt werden. Sie sollte bei einer neuen Anlage nicht unter 95% liegen.

Kann das Reinwasser nach oben gefördert werden?

Kein Problem, wenn es um wenige Meter geht. Pro 10 Meter Förderhöhe gehen ca. 1 bar Arbeitsdruck verloren. 

Was ist zu tun, wenn die Rückhaltung schlechter wird ?

1. Vorfilter überprüfen: für ca. 30 min ohne Vorfilter die Anlage betreiben, auf keinen Fall länger! Wenn die Rückhalterate deutlich besser ist, müssen die Vorfilter schnellstens ausgetauscht werden. 
2. Anlage für 1-2 Stunden spülen. Wenn die Rückhalterate nicht besser geworden ist, muss die Membran gereinigt (Membranspülstand beim Hersteller) oder getauscht werden.
Sie können einfach mit unserem Umkehrosmose-Rechner Rückhalterate und Leistung bestimmen.

Kann die Rückhaltung von nur einem Stoff (z.B. Nitrat) schlechter werden, die der anderen jedoch nicht?

Nein. Lässt die Qualität der Membran nach, werden alle Rückhalteraten schlechter. Die durchschnittliche Rückhalterate kann am besten mit der elektrische Leitfähigkeit gemessen werden. 

Was tun, wenn trotz Umkehrosmoseanlage noch Kieselsäure im Reinwasser ist?

Hinter die Umkehrosmoseanlage einen Reinstwasserfilter schalten oder zu einer zweistufige Umkehrkehrosmoseanlage wechseln.

Kann die Leistung einer Umkehrosmoseanlage nachträglich vergrößert werden?

Anlagen guter Hersteller können entweder mit größeren Modulen und/oder mit einer Druckerhöhungspumpe ausgestattet werden.


FAQ Reinstwasserfilter

Kann der Reinstwasserfilter direkt an die Wasserleitung geschlossen werden?

Nein. Die Leistung würde nur bei ca. 50 Litern liegen; dann wäre der Filter bereits erschöpft. Den 10"-Reinstwasserfilter grundsätzlich hinter eine Umkehrosmoseanlage oder einen "normalen" Vollentsalzer schalten. 

Ist das Harz des Reinstwasserfilters regenerierbar?

Theoretisch wäre das möglich. Aber die anschließende Leistung ist erheblich geringer. Transport und Regenerierungskosten würden das regenerierte Harz auch nicht günstiger machen.

 

FAQ Abschäumer

Muss ein Abschäumer den ganzen Tag lang abschäumen?

Nein. Die Belastung in einem Riffaquarium schwank sehr stark. Zum Beispiel sind hohe Belastungen nach der Fütterung oder nach dem Abschleimen der Korallen zu verzeichnen. Dann sollte ein Abschäumer voll aktiv sein (ca. 1-5 Stunden). Den Rest der Zeit hat der Abschäumer nichts zu tun. Wenn ein Abschäumer ununterbrochen arbeitet, ist er auf jeden Fall zu klein - oder die Belastung (Fischbesatz) zu hoch. 

Sind Holzausströmer-, Nadedrad- oder Injektorabschäumer besser?

Alle Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Holzausströmerabschäumer haben sehr feine Blasen und schäumen besser ab als Injektorabschäumer - vorausgesetzt die Holzausströmer sind frisch. Bei alten Holzausströmern lässt die Leistung schnell nach und müssen deswegen alle 2-12 Wochen (je nach Wasserqualität) ausgetauscht werden. Holzausströmermodelle benötigen eine zusätzliche Luftpumpe, kommen aber mit einer schwächeren Wasserpumpe aus. Nadelradpumpen sind teuer, benötigen aber wenig Energie und erzeugen ein gutes Blasenbild.

Sind Abschäumer für ein Riffaquarium notwendig?

Man kann ein Riffaquarium ohne Abschäumer betreiben. Allerdings sind dieses Systeme sehr empfindlich. Ein Abschäumer nimmt nicht nur sehr starke organische Belastungen, die Sauerstoff verbrauchen und zu Nitrat, Phosphat und CO2 abgebaut werden, aus dem Aquariumwasser heraus, sondern sorgt auch dafür, dass der Gashaushalt und damit indirekt der pH-Wert eines Aquariums vergleichmäßigt wird. So wird Sauerstoff angereichert und überschüssiges CO2 (zum Beispiel aus einem Kalkreaktor) ausgetrieben. 

Werden Spurenelemente durch Abschäumer aus dem Wasser herausgenommen?

Wahrscheinlich ja. Aber die Vorteile der Abschäumtechnik überwiegen. Der kleine Nachteil der Spurenelementeverminderung kann durch Dosierung von Spurenelemente leicht und sicher kompensiert werden.


FAQ Nitratfilter (ADN)

Wie lange braucht der Nitratfilter ADN, bis er funktioniert?

Die Einfahrphase des ADN-Filters reicht von 1 bis zu 10 Wochen, da sich diese speziellen Bakterien langsam vermehren (ähnlich wie Nitrifikanten). Dieser kleine Nachteil ist nach der Einfahrphase allerdings ein großes Plus, weil wesentlich weniger Bakterien in das Aquarienwasser gelangen, als bei heterotrophen Filtern (Alkohol oder anderes organisches Futter ist notwendig). 

Muss eine Kalksäule nachgeschaltet werden?

Nein. Wenn die Karbonathärte regelmäßig überprüft und nicht unter 5°dKH liegt, kann nichts passieren. Eine nachgeschaltete Säule hält leider nicht lange, weil Gips und Bakterien sich auf das Kalkmaterial ablagern und eine Säureneutralisierung zunächst erschweren und letztendlich verhindern. Das Material der Säule müsste in kurzen Abständen (einige Wochen) ausgetauscht werden. In Filtern, in den das Kalkmaterial zusammen mit dem Schwefelgranulat eingebracht wird, ist das Austauschen besonders lästig. 

Wie kann die Leistung des ADN-Filters reduziert werden?

Der Filter sollte auf keinen Fall überdimensioniert sein. Wenn trotzdem kein Nitrat mehr im Aquarium nachweisbar ist, muss die Leistung des ADN-Filter reduziert werden. Dazu kann der Zulauf gedrosselt und/oder ein Teil der Filterfüllung (Schwefel) dem Filter entnommen werden.  


FAQ Kalkreaktor (CO2-betrieben)

Ist das Granulatvolumen beim Turbo-Kalkreaktor nicht zu gering?

Nein. Das Volumen wurde so berechnet, dass eine optimale Strömung im Reaktionsrohr entsteht. Die Leistung des Turbo-Kalkreaktors ist so immens, dass der nur wenige Stunden pro Tag in Betrieb sein darf.

Fällt der gelöste Kalk in der Neutralisierungstufe nicht aus?

Nur, wenn die empfohlene Luftmenge für die Neutralisierungsstufe stark überschritten wird. Der pH-Wert des Auslaufwassers darf 7,3 nicht überschreiten. Ansonsten kann tatsächlich Kalk wieder ausfallen. 

Warum wird Turbo-Granulat verwendet und kein Korallenbruch?

Turbo-Granulat hat die besten Auflöseeigenschaften und ist sehr rein. Korallenbruch hat - im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung  - so gut wie keine Spurenelemente eingelagert, außerdem können diese Elemente in einem Kalkreaktor nicht aufgelöst und den Tieren verfügbar gemacht werden. 

Wird der pH-Wert im Aquarium durch den Betrieb des Turbo-Kalkreaktors erniedrigt?

Nur schlecht konstruierte oder falsch eingestellte Kalkreaktoren erniedrigen den pH-Wert des Aquariums. Der Turbo-Kalkreaktor neutralisiert das ausgehende Wasser auf einen pH-Wert von über 7,0. Außerdem wird dieser Reaktor nur für wenige Stunden pro Tag betrieben, um die Korallen mit Calcium und Karbonathärte zu versorgen. Wird die Karbonathärte im Aquarium durch den Turbo-Kalkreaktor angehoben, wird der pH-Wert normalerweise ebenfalls erhöht.

Produziert der Turbo-Kalkreaktor Phosphat?

Wird der AquaCare Turbo-Kalkreaktor mit Turbo-Granulat (Turbo-Ca und Turbo-Mg) betrieben, wird kein Phosphat dem Aquariumwasser zugeführt. Im Gegenteil: durch das entstehende Sediment in der Sedimentstufe wird ein Teil des zufließenden Phosphats per Chemosorption aus dem Wasser genommen. Steinkorallen-Liebhaber müssen keine Angst um ihre Korallen haben. 


FAQ Kalkwasserreaktor (KWR - Calciumhydroxid)

Wie viel Kalkwasser sollte pro Tag in das Aquarium geleitet werden?

Am besten die gesamte Wassermenge, die verdunstet. Nur eine Ausnahme: Aquarien, die einen zu hohen pH-Wert (über 8,4) haben - das kommt allerdings sehr selten vor.

Wo muss das Kalkwasser eingeleitet werden?

An einer stark bewegten Stelle, aber nicht in der Nähe von Pumpeneinsaugrohren (Verkalkungsgefahr). Auch darf das Wasser nicht in der Nähe von Kalkreaktor-Rücklaufrohren eingeleitet werden, weil sonst der Gelöstkalk zu schnell ausfällt. 

Können Kalkwasser und Kalkreaktor gemeinsam betrieben werden?

Ja. Beide Systeme habe ihre Vor- und Nachteile. Bei Kombination können jeweils die Vorteile ausgenutzt werden. Es ist nur zu beachten, dass beide Auslaufwässer getrennt von einander in das Aquariumwasser geleitet werden. Das kann räumlich oder auch zeitlich sein (zum Beispiel: nachts wird Kalkwasser produziert, tagsüber ist der Kalkreaktor in Betrieb).


FAQ Phosphat-minus-Reaktor PMR und Phosphat-Xglobuli  

Wie lange hält eine Filterfüllung?

Diese Frage kann nicht exakt beantwortet werden, weil die Kapazität von vielen Faktoren abhängt. Die wichtigsten sind die gewünscht Phosphatmaximalkonzentration im Aquarienwasser und der Phosphateintrag ins Aquarium. 
- Je niedriger die gewünscht Phosphatkonzentration im Aquariumwasser gewählt wird, desto kürzere Zeit hält die Filterfüllung.
- Je höher der Phosphateintrag (Futtermenge, Futterart, Phosphat-abgebende Stoffe) ins Aquarium ist, desto kürzere Zeit hält die Filterfüllung.

Wie hoch ist die Kapazität (Leistung) eines Phosphatadsorbers?

Dies Frage kann nur mit Hilfe einer Adsorptionsisotherme beantwortet werden, weil die Kapazität von der gewünschten maximalen Konzentration abhängig ist. Eine Angabe wie z.B. "1 Liter bindet 5 g Phosphat" ist unbrauchbar, wenn die Konzentration nicht angeben wird. Seriöse Hersteller geben eine Phosphat-Adsorptionsisotherme an.

Wie weit kann die Phosphatkonzentration im Aquariumwasser sinken?

Die minimale Phosphatkonzentration ist abhängig vom Wasserdurchsatz des Filters.
Je höher der Durchsatz, desto niedriger die erreichte Minimalkonzentration. Sollen sehr niedrige Konzentration von deutlich unter 0,2 mg/l Phosphat erreicht werden, muss ein größerer Filter gewählt werden, um den Wasserdurchsatz höher einstellen zu können. 

Kann das adsorbiert Phosphat wieder gelöst werden?

Unter Aquarienbedingungen nicht. Das Phosphat wird durch die sogenannte Chemosorption so fest gebunden, dass sie nur mittels aggressiver Chemie gelöst werden könnte. 

Können Stoffe aus dem Phosphat-Xglobuli entweichen?

Nein. Die Trägerstruktur besteht aus Kunststoff und ist nicht löslich; die Eisenhydroxid-Nanopartikel sind irreversibel an der Kunststoffmatrix befestigt. Dadurch kann es nicht zur Abspaltung von Farbstoffen oder Phosphaten kommen.


FAQ Steinkorallen

Warum werden Steinkorallen braun?

Die braune Farbe rührt von den Zooxanthellen (Mikroalgen, die mit dem Korallenpolypen in Symbiose leben) her. Nimmt die braune Färbung zu, wachsen vermehrt diese braunen Symbiosealgen. Es gibt viele Faktoren, die die Braunfärbung verstärken.
1. falsches Spektrum der Beleuchtung: wählen Sie eine Beleuchtung mit höherem Blauanteil (10.000 Kelvin oder mehr)
2. zu wenig Licht: erhöhen Sie die Lumen-Zahl
2. zu viel düngende Substanzen im Wasser: reduzieren Sie Nitrat- und Phosphatkonzentration durch geeignete Mittel (Nitratfilter, Phosphat-Adsorber)

Warum werden Steinkorallen weiss?

Steinkorallen werden weiss, wenn die Anzahl der Zooxanthellen zu stark abnimmt oder die typischen Farbpigmente des Polypen verschwinden:
1. zu hohe Temperatur: über ca. 30°C wirft der Korallenpolyp seine Zooxanthellen aus dem Gewebe (coral bleaching). Meist kann sich die Koralle nicht mehr erholen, auch wenn die Wasserqualität wieder in Ordnung ist.
2. fehlende Spurenelemente: erhöhen Sie die Dosierung der Spurenelemente
3. fehlende organische Substanzen (nur in Aquarien mit ultra-niedrigen Düngesubstanzen: < 0,05 mg/l Phosphat, < 5 mg/l Nitrat): dosieren Sie organische Substanzen und/or Spurenelemente
4. zu wenig Licht: erhöhen Sie die Lumen-Zahl
5. zu wenig UV-Strahlung: ohne UV-Strahlung werden die farbigen Schutzpigmente nicht gebildet. Das kann normalerweise nur bei LED-Beleuchtung ohne UV-LEDs passieren.

aktualisiert: 02. Juli 2017